Selbstdarsteller und ihre Kinder

In der letzten Zeit runzelt sich meine Stirn mitunter aus einer gewissen Verwunderung heraus. Es ist nichts neues, dass die Leute „mich“ (den Bauchi) als einen Selbstdarsteller bezeichnen.. In den letzen Monaten kommt das allerdings irgendwie mit einem negativen Unterton. So als sei es nicht in Ordnung, sich selbst darzustellen. Und in den Augen derer, von denen ich gerade erzähle, scheint das genauso verwerflich, wie in der eigenen kleinen Welt zu Leben. Auch das ist etwas, was ich früher immer wieder gesagt bekommen habe, das allerdings von Anfang an mit negativem Unterton. So eben, als sei es nicht in Ordnung. Als sei MIT MIR etwas nicht in Ordnung. Und klein und doof wie ich damals war, hab ich das dann irgendwann auch geglaubt.

Niemand kam damals zu mir und sagte mit verständnisvoller Stimme:

„Hey, entspann dich!
Du lebst in Deiner eigenen kleinen Welt.
So wie jeder andere.
Niemand sieht die Welt so wie Du,
und du wirst NIE exakt sehen können,
was andere sehen.
Tob Dich aus in DEINER Welt,
dazu lebst du darin.
Und bist darin,
wer immer du glaubst zu sein!“

Das musste ich irgendwann dann mal selbst heraus finden. Da war niemand, der mir das hätte sagen können, weil ich niemanden kannte, der das selbst SO gesehen hätte. Ich war umgeben von Leuten, die an der Annahme herum liefen, dass der größte Teil der Weltbevölkerung die „Realität“ genau so wahr nimmt wie sie selbst. Heute bin ich sehr dankbar dafür, dass man mir gesagt hat, dass ich im MEINER kleinen Welt lebe. Das hatte den Vorteil, dass ich mich an den Gedanken irgendwie schon recht früh gewöhnen konnte, auch wenn das am Anfang gar nicht so angenehm war. Ich fühlte mich isoliert und absonderlich. Kompensierte das zwischendurch mit einer regelrechten Sucht nach dem Rampenlicht (Klassenclown vom ersten Tag an und Möchtegern-Rockstar ab der Jugend) und einem nicht wirklich gesunden Harmoniebedürfnis, durch das ich mich SO zu verbiegen lernte, dass ich alles darstellen konnte, ausser mich selbst. Wie hätte ich das auch tun sollen? Dadurch, dass ich es nicht tat, wusste ich ja gar nicht wie ich bin, wenn ich NICHT gerade versuche, jemandem zu gefallen – wie hätte ich mich also darstellen KÖNNEN? Ich wusste ja nichts über mich. Wie ich bin, wenn ich einfach ICH bin, und nicht jemand, der anderen in den Kram passt.
Ich war immer ein Sonderling. Ich hatte immer auch Freunde, und auch nicht wenige, war ein geselliger Typ, nur eben nie ich selbst. Meine Aktionen waren ständig darauf bedacht, anderen zu gefallen, mir war NIE egal, was andere von mir denken. Ich wollte doch einfach nur dazu gehören. Und mich nicht absonderlich fühlen müssen. Akzeptiert sein. Und geliebt. Liebe selbst kannte ich seit je her (durch ein Missverständnis mit drei Jahren, durch das ich bis ich 40 war, innerlich glaubte, meine Mutter liebe mich nicht) nur an Bedingungen geknüpft. Ich dachte, Liebe müsse verdient oder könne verloren werden. Und weil Wahrnehmung nun mal selektiv ist, und alles was passiert, immer erst durch unsere Sichtweisen zu dem wird, als was wir es dann wahrnehmen, hab ich am Ende drei Ehen gebraucht, die mir alles was ich glaubte wieder spiegelten, aber auch zeigten, dass MEINE Sichtweisen bei Gott nicht die einzigen, und erst recht nicht die einzig Möglichen waren. So lernte ich den Unterschied zwischen bedingter und bedingungsloser Liebe kennen, wie sie sich anfühlt, wie man sie praktiziert, und konnte das auch so auf mich Selbst anwenden (übrigens durch mein VERHALTEN ANDEREN GEGENÜBER, aber das hier gerade nur am Rande), dass ich mich SELBST lieben konnte. Dadurch war ich nicht mehr auf die Liebe anderer angewiesen. Und war so nun frei genug, mich so zu verhalten, dass ich MIR in den Kram passte. Ich lernte, MICH SELBST darzustellen, und in MEINER kleinen Welt DER zu sein, der ich nur sein KANN! Jeden Moment aufs neue. Aber so, dass ICH MIR gefalle. Das ist was ich früher nicht konnte! Ich konnte früher auch meine eigene Kunst nicht schätzen. Ich brauchte positives Feedback aus dem Aussen, um mit einem Bild zufrieden zu sein! Ich erinnere mich, dass ich bis ich 35 war, über meinen fertigen Bildern SO lange gesessen habe, BIS ich einen Fehler gefunden habe. Ich war mit allem Möglichen beschäftigt, aber nicht damit, ZUFRIEDEN mit mir selbst zu sein. ICH zu sein. MICH so zu akzeptieren und zu lieben WIE ICH GERADE BIN! Egal, wie das gerade IRGEND jemand anderes findet!
Und ich habe gelernt, dass es auf die Weise nur noch Liebe in meinem Leben gibt. Weil für etwas anderes kein Platz mehr darin ist. In MEINER kleinen Welt, oder nennen wie sie hier Wahrnehmung oder Realität, alles das selbe, vor allem ALLES RELATIV, nix davon ist absolut, ist so viel Liebe, dass ich davon ÜBERQUELLE!

Und als der Selbstdarsteller, der ich darin heute bin, in völligem Frieden damit, bin ich heute mal einfach der, den ich mir damals echt gewünscht hätte, einfach weil ich der heute sein KANN. Wahrscheinlich nicht für jeden, aber vielleicht ja für Dich.
Dieser jemand, der dir mit verständnisvoller Stimme sagt:

„Hey, entspann dich!
Du lebst in Deiner eigenen kleinen Welt.
So wie jeder andere.
Niemand sieht die Welt so wie Du,
und du wirst NIE exakt sehen können,
was andere sehen.
Tob Dich aus in DEINER Welt,
dazu lebst du darin.
Und bist darin,
wer immer du glaubst zu sein!“

Es ist nichts Schlimmes, als Selbstdarsteller in DEINER kleinen Welt zu Leben. Es ist nur in diesem komischen System in das wir hinein erzogen wurden nicht gern gesehn, wenn jemand einfach ist wie es ihm gerade beliebt zu sein. Da ist keine ORDNUNG drin, zumindest keine fürs System erkennbare, und dann ist das System bis in die letzte Zelle irritiert, da kommt es meist nicht anders mit klar als mit ABLEHNUNG.
Mach hübsch brav, was du machen sollst, sei ein berechenbarer Mensch, trage Markenkleidung und profiliere Dich über materielle Dinge. Stelle dar, was immer du willst, so lange du dabei Werbung für das Spiel des Systems machst, bist Du Systems Liebling.
Doch abends, wenn Du allein in Deinem Bett liegst und Dich fragst, warum Du Dich so leer fühlst, oder Dein Haus samt allem was du hast durch ein selbst verschuldetes Feuer abgefackelt ist an dem Tag als die Kündigung Deiner Arbeit auf dem Küchentisch lag, dann denk an meine Worte:

Das hat
ALLES NICHTS
MIT DIR
zu tun!

Kaum ein Moment läd mehr dazu ein, ab hier und jetzt das EIGENE SELBST darzustellen, und das ganz BEWUSST, als ein solcher! Und um das ganz bewusst zu machen, muss man damit nur einmal ganz bewusst anfangen! Dann geht es bewusst weiter und man erlebt über kurz oder lang sein blaues Wunder. Dann lässt man sich auf einmal selbst von seinen Engsten und Liebsten nicht mehr davon abhalten, sie SELBST zu erfahren, und was das bedeutet. Ebenso von seinen Bedenken nicht mehr. Das Leben ist ein ABENTEUER! Alle Ideen von „Sicherheit“ sind illusorisch! Oder bietet irgend eine Versicherung SCHUTZ vor ALLEM? Warum wohl nicht? Die wissen, dass das nicht geht! Aber zum Abzocken reicht es ja, bestimmte Teile abzudecken. Hauptsache, man ist versichert.. was ich übrigens seit 2009 nicht mehr bin.. Mein Auto, ja, weil man mich sonst nicht in Ruhe fahren lässt, aber keine andere Versicherung. Wozu auch? Ich hätte sie in all den Jahren nicht einmal gebraucht, und ich wüsste auch nicht wofür. Seit ich ICH bin, bin ich SICHER. Das ist anders als versichert. Auch im innersten Gefühl.. Oder vor allem da.

Lass Dir von niemandem sagen, wie die Welt ist.
Für DICH ist sie immer SO,
wie DU sie siehst.
Also überlege dir gut,
WIE Du sie siehst.
Und lass dir egal sein,
ob jemand anders das auch so sieht!

Befreie Deinen Geist… von all dem Müll, den Du zu wissen glaubst. er schränkt Dich nur ein. Wahres Wissen kommt aus praktischer eigens erlebter Erfahrung, und die wird Dir sehr schnell viel mehr bedeuten. Und Du kannst hier und jetzt damit anfangen, sie zu sammeln. Sei DU. Sei ein Selbstdarsteller in DEINER Welt. Oder erkläre mir, was du je anderes sein könntest als das.

Bauchi

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2 Gedanken zu “Selbstdarsteller und ihre Kinder

  1. Lieber Bruder Bauchi,
    Du hast eine ganz spanende Art zu schreiben, Deine Texte fesseln mich mehr als andere. Weil ich die Echtheit, das wahre Leben und die Prise Verrücktheit die auch in mir Lebt fühlen kann. Schön, dass es Dich gibt, danke das DU Deine Lebensaufgabe lebst….. Es ist so befreiend zu sehen das wir nicht alleine sind 🙂 ! Sonnige Grüße aus Teneriffa

    Gefällt 1 Person

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